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.“Sie kam auf seine Seite herum und bückte sich, um ihm zu helfen.„Ich habe meinen Brief fallen lassen, und er hat ihn aufgehoben.Wir haben Höflichkeiten ausgetauscht.Das war alles.“ Sie warf einen verstohlenen Blick auf ihn.Er löste einen Riemen.Schon bei dieser einfachen Arbeit musste er schwer atmen.Der Schweiß glänzte auf seiner Stirn.„Matthew, lass mich das machen.“ Sie wollte ihm helfen.„Mit deinem Arm bist du nicht in der Verfassung, um …“Er riss ihr den Riemen weg.„Das geht schon.Fang du mit dem Essenkochen an.“Sie trat zum nächsten Pferd, ohne sich von seinem Starrsinn beeindrucken zu lassen.Wenn sie eine Weile zusammenarbeiteten, könnten sie vielleicht endlich über alles sprechen.„Lass mich dir wenigstens helfen.Danach fange ich mit dem Kochen an.“„Ich brauche keine Hilfe.“ Er beugte sich über sie und wollte ihr den Riemen aus der Hand nehmen.Im Versuch, seine Stimmung aufzuhellen, hielt sie den Riemen fest und lächelte ihn über die Schulter an.„Sei doch um Himmels willen nicht so starrköpfig und lass mich dir …“„Ich habe gesagt, dass ich deine Hilfe nicht brauche, Annabelle!“Die Schärfe in seiner Stimme ließ sie erstarren.Dann trat sie einen Schritt zurück.Die Muskeln an seinem Kinn verspannten sich.„Ich mache das lieber allein.“Ich mache das lieber allein.Diesen Satz hatte sie schon einmal aus seinem Mund gehört.Es konnte gefährlich sein, wenn ein Mann seine Hoffnungen darauf setzte, dass er alles allein schaffen könnte, hatte Jonathan darauf geantwortet.Es lag ihr auf der Zunge, Matthew zu sagen, dass er ruhig weitermachen und die Schimmel allein ausspannen und dabei seine frisch vernähte Wunde gefährden sollte.Aber sein nur schwach verschleierter Ärger zügelte ihre Zunge.Denn sie blickte tiefer und erkannte, was ihn belastete.Im Laufe der Jahre hatte sie gelernt, dass Männer genauso wie Frauen Masken trugen.Nur dass es immer die gleichen Masken waren.Männer durften angeblich nicht weinen.Also wurden sie wütend, statt ihre Traurigkeit zu zeigen.Männer durften keine Angst haben.Also wurden sie wütend, statt Angst zu zeigen.Sie wusste, was Matthew durchmachte, da sie, so lange sie zurückdenken konnte, selbst von dieser Angst beherrscht gewesen war.Aber jetzt nicht mehr.Sie war davon befreit worden.Und sie wollte, dass Matthew diese Freiheit auch erleben würde.* * *Am Horizont in der Ferne wurden die Wolken für den Bruchteil einer Sekunde erhellt, bevor alles wieder dunkel wurde, als wäre innerhalb von einer Sekunde die Sonne aufgegangen und im nächsten Moment wieder hinter den Wolken versunken.Kein Donner.Kein Regen.Nur ein tonloser Blitz, der den weiten Nachthimmel erhellte.Matthew betrachtete Annabelles Profil, während sie dieses Schauspiel verfolgte, und beneidete sie fast um die Verwunderung in ihrem Blick, während er versuchte, die Hoffnungslosigkeit, die sich immer mehr in seinem Inneren breitmachte, zu verdrängen.Seit er vor fünf Tagen den Kopfgeldjäger entdeckt hatte, wartete Matthew jeden Tag darauf, dass der Mann auftauchen würde.Seine Fantasie ging mit ihm durch, aber ein wenig fragte er sich tatsächlich, ob Annabelle irgendwie von seiner Vergangenheit erfahren haben und planen könnte, ihn gegen die ausgesetzte Belohnung an den Kopfgeldjäger auszuliefern.Es war dumm, das wusste er.Sie hatte nie auch nur angedeutet, dass sie etwas von seinen Spielschulden ahnte, geschweige denn, dass sie ihn je verraten würde.Aber wenn sie irgendwo unterwegs einen Steckbrief von ihm gesehen und ihm nie etwas davon gesagt hatte?„Unsere erste Nacht im Idaho-Territorium, und es ist, als würde Gott eigens für uns dieses Schauspiel aufführen.“ Sie sprach leise, als würde sie, wenn sie lauter spräche, dieses Naturschauspiel stören.Er beugte sich vor und riss ein weiteres Stück von dem gebratenen Fleisch ab, das über dem Feuer hing.Er kaute langsam und schaute zu, wie die Wolken am Nachhimmel auftauchten und dann schnell wieder verschwanden.Er musste unweigerlich daran denken, was für eine gute Schauspielerin sie war.Sie drehte sich zu ihm herum, lächelte und schob sich eine Haarsträhne hinters Ohr.Sie schaute ihn einen Moment länger an als nötig, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Schauspiel am Himmel richtete.In diesem Moment begriff Matthew, dass die Angst seine Gedanken lenkte.Annabelle würde ihn nie verraten.Nach allem, was sie miteinander durchgemacht hatten, konnte er sich das nicht vorstellen.Außerdem wäre sie sofort zu ihm gekommen, wenn sie etwas von seinen Spielschulden erfahren hätte [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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